Kapitel 03 · Grundkurs Texterschließung

Die fünf Aufgaben verstehen

Du lernst, welche Funktion die fünf Aufgaben bei pragmatischen und literarischen Texten haben und warum ihre Reihenfolge dir beim Schreiben hilft.

⏱️ ca. 20 Minuten 🎯 Aufgabenlogik 🧩 Zuordnung & Mini-Transfer

Überblick

Eine feste Kette

Die fünf Aufgaben sind kein Zufall. Sie führen dich vom Textverständnis zur eigenen Auseinandersetzung mit dem Text.

Infografik: Die fünf Aufgaben der Texterschließung als Kette

Kurzinput

Was leisten die fünf Aufgaben?

In der Texterschließung bearbeitest du einen Text nicht irgendwie, sondern nach einem festen Denkweg. Zuerst zeigst du, dass du den Inhalt verstanden hast. Dann untersuchst du, wie der Text sprachlich gemacht ist. Danach erklärst du eine weitere Besonderheit, zum Beispiel die Textsorte, die Autorabsicht, die Figur oder die Erzählperspektive. Anschließend nimmst du zu einer Frage aus dem Umfeld des Textes Stellung. Am Ende folgt ein offener Schreibauftrag.

Merke: Die Aufgaben werden zunehmend eigenständiger. Am Anfang bleibst du eng am Text. Am Ende nutzt du den Text als Ausgangspunkt für eine eigene Stellungnahme oder einen gestaltenden Schreibauftrag.

Die Aufgaben im Überblick

Fünf Funktionen, fünf Schreibaufgaben

1Inhalt erfassen

Du fasst den Text sachlich, knapp und mit eigenen Worten zusammen. Beim pragmatischen Text soll meist auch der Aufbau erkennbar werden.

2Sprache untersuchen

Du benennst sprachliche Auffälligkeiten, belegst sie am Text und erklärst ihre Wirkung möglichst konkret.

3Besonderheit erklären

Du weist eine Textsorte nach, erklärst eine Autorabsicht, charakterisierst eine Figur oder untersuchst einen besonderen literarischen Aspekt.

4Stellung nehmen

Du entwickelst eine begründete Meinung zu einer Aussage oder Fragestellung, die aus dem Text hervorgeht.

5Gestaltend schreiben

Du verfasst zum Beispiel eine Schilderung, einen Dialog, einen Tagebucheintrag oder einen inneren Monolog.

Mini-Infografik

Vom Text zum eigenen Schreiben

Die zweite Grafik soll später zeigen, wie stark du jeweils am Text bleibst. Aufgabe 1 bis 3 sind textnah. Aufgabe 4 und 5 öffnen den Blick stärker für deine eigene Auseinandersetzung.

Mini-Infografik: Textnähe der fünf Aufgaben

Interaktion 1

Ordne die Funktion zu

Wähle aus, welche Funktion zu der jeweiligen Aufgabenformulierung passt.

„Fassen Sie den Inhalt des Textes zusammen.“
„Beschreiben Sie sprachliche Auffälligkeiten und deren Wirkung.“
„Charakterisieren Sie die Figur …“ / „Bestimmen Sie die Textsorte …“
„Nehmen Sie Stellung zu der Frage …“
„Verfassen Sie einen inneren Monolog / einen Dialog / eine Schilderung …“

Interaktion 2

Die Reihenfolge hilft beim Denken

Die Aufgaben bauen logisch aufeinander auf. Lies die Kette von links nach rechts.

1 InhaltWas steht im Text?
2 SpracheWie wirkt der Text?
3 BesonderheitWas ist typisch?
4 StellungnahmeWie stehe ich dazu?
5 SchreibauftragWie gestalte ich weiter?

Formulierungshilfe

Satzstarter für Überleitungen

Nach der Zusammenfassung

  • Im Folgenden wird die sprachliche Gestaltung des Textes untersucht.
  • Auffällig ist zunächst die Wortwahl, mit der …
  • Die sprachlichen Mittel tragen dazu bei, dass …

Vor der Stellungnahme

  • Ausgehend von der im Text angesprochenen Frage lässt sich diskutieren, ob …
  • Meiner Ansicht nach ist diese Aussage nur teilweise überzeugend, weil …
  • Insgesamt halte ich … für sinnvoll/problematisch, da …

Mini-Transfer

Formuliere die Aufgabenlogik selbst

Erkläre in drei bis fünf Sätzen, warum Aufgabe 1 bis 3 textnäher sind als Aufgabe 4 und 5.

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Selbstcheck

Das solltest du nach Kapitel 03 können